„Fummeldinger“

von Olaf Hartmann am Donnerstag, 21 Januar 2016. Veröffentlicht in Haptik

Haptik im Entspannungsmodus

Haptik im Entspannungsmodus, Faltwerk ein Fummelding als WerbeartikelDer Tastsinn erwacht früh. Bereits im zarten Alter von acht bis 10 Wochen beginnt der Fötus, im Mutterleib an seinem Däumchen zu nuckeln. Eine Lieblingsbeschäftigung, die der neue Erdenbürger mit auf die Welt bringt und in den ersten Lebensjahren leidenschaftlich pflegt.

Nicht ohne Grund. Denn Daumenlutschen fördert das Wohlgefühl und wirkt entspannend.

Berührung als Auslöser positiver Emotionen – der so genannte Autotelic Touch – entwickelt sich zuerst.

Die Fähigkeit zum Functional Touch bildet sich beim Baby circa ab dem achten, neunten Monat aus: Das Kind drückt Tasten, um Melodien zu lauschen, später kann es verschieden große Plastiktöpfe ineinander stapeln und sein erstes Makro-Puzzle lösen – aus mechanischem wird sukzessive intelligentes Tasten.

Wie im Forschungsbereich Haptik mittlerweile durch zahlreiche Studien belegt wurde, bleibt das Bedürfnis nach Berührung zeitlebens lebendig, nicht nur im zwischenmenschlichen Bereich, sondern auch in der Objektwelt werden unsere Finger immer wieder gelockt, beispielsweise eine als angenehm empfundene Oberflächenstruktur oder Form zu genießen.

Denn die psychologischen Wirkungen des Autotelic Touch prägen sich schon ein, bevor das Kind ein Bewusstsein seines individuellen Seins entwickelt, und beeinflussen uns ein Leben lang.

 

Fummeldinger - Haptik im Entspannungsmodus

Eine typische Büroszene: Während Frau Schmidt mit einem schwierigen Kunden telefoniert, drückt sie einen Knautschball, der sich angenehm in ihre Handfläche schmiegt, Herr Müller hat beim Montagsmeeting wieder mindestens drei Büroklammern verbogen und zerlegt, Frau Becker zerbröselt vorzugsweise Radiergummis, während sie am PC die nächste Präsentation für den Pitch um einen Werbeetat vorbereitet ...

Der Informatiker Michael Karlesky hat solche Beobachtungen im Arbeitsleben zum Anlass genommen, seine Doktorarbeit über „Fummeldinger“ zu schreiben.

Sein Motiv: Die Lieblingsobjekte, die uns bei der Computerarbeit begleiten, immer wieder ergriffen, umfasst, gedrückt, gestreichelt, beknibbelt werden, scheinen eine tiefere Funktion zu erfüllen.

Seine These lautet, dass die Fummeldinger der Selbstregulation dienen, uns ausbalancieren, indem sie Nervosität reduzieren, die Konzentration fördern und festgefahrene Gedanken wieder in Fluss bringen. Vor diesem Hintergrund hat Karlesky eine digitale Luftpolsterfolie entwickelt, nicht das erst elektronische Anti-Stress-Produkt.

In der Testphase des virtuellen Luftpolsters zeigte sich jedoch, dass die Probanden zwar positives Feedback auf die Innovation gaben, aber dennoch die Haptik und ihre Entspannungsfunktion vermissten.

 

Unersetzbare Haptik

Zwar ist es schlüssig, als unverzichtbar empfundene haptische Erlebnisse digital zu simulieren, doch das echte Tasterlebnis entzieht sich dem virtuellen Raum. Unsere höchst sensitiven Fingerspitzen können sich nicht verfühlen – zu tief sitzen die Prägungen all unserer Berührungserfahrungen, die wir von Kindesbeinen an sammeln.

Intuitiv greifen wir auch später nach Objekten, die uns emotional stimulieren – Wärme und Trost spenden, in den Fingerbeeren prickeln, die Erinnerung stärken, Glücksgefühle auslösen, Denkblockaden verringern, nervöse Finger beruhigen und nicht zuletzt Halt bieten in einer zusehends abstrakter und komplexer werdenden Welt, die sich immer weiter in digitale Sphären verflüchtigt.

Insbesondere der grassierende Stressfaktor, der sich längst über die Arbeitswelt hinaus ausgedehnt hat, verleiht den Fummeldingern und Handschmeichlern eine wichtige Funktion.

Die Auswahl, um seine Zielgruppe mit einem spürbar wirksamen Stressreduzierer zu beglücken, ist so individuell und vielseitig wie die Vorlieben der Empfänger: Plüschtierchen, Knetfiguren, Kulis mit speziellen Features wie samtige Griffflächen, Spielzeugbälle, gewickelt aus Gummifäden, Magic Cubes oder auch Faltwürfel...  

Eingesetzt als Werbebotschafter, bleiben sie nicht nur im Blick, sondern auch in Griffweite des Empfängers – auf dass er immer wieder ihre motivierende Wirkung zu spüren bekommt.

Die Empathie, die der Absender mit haptischen Entspannungstools kommuniziert, ist überzeugend fassbar und bietet genau die Win-Win-Situation, die nur begehrte Hapticals bieten können: Das steigende Bedürfnis nach Entspannung erfüllen und damit gleichzeitig positive Imagefaktoren auf den Absender übertragen. 

Die emotionale Bindung, die der Nutzer zu seinen Relax Tools pflegt, stärkt nicht nur die positive Reminder-Funktion des Hapticals, sondern sie bringt den Absender auch ins Gespräch.

Denn wie Karlesky bei seinen Recherchen feststellte – die LiebhaberInnen von Fummeldingern sprechen auch gerne ausführlich über ihre Passion: gute Chancen also, als Absender nicht nur mit Lobesworten bedacht zu werden, sondern auch in Erinnerung zu bleiben.

 

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Über den Autor

Olaf Hartmann

Olaf Hartmann

Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Touchmore, Mitbegründer des Multisense Instituts und Autor von "Touch!", der ersten Beschreibung des Haptik-Effektes im multisensorischen Marketing.

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