Die Revolution der Produktsensorik?

von Olaf Hartmann am Montag, 20 November 2017. Veröffentlicht in Neuromarketing

Produkt-sensorische Erwartungshaltungen von Zielgruppen

Frau riecht an Duftmolekül-KalenderDass Sprache auch den Nukleus des multisensorischen Marketings bildet, dazu bedarf es keiner gesonderten Beweisführung. Und damit meine ich nicht nur die Arbeit mit sensorischen Sprachbildern bei dem gezielten Einsatz von Sprache als Wirkungsverstärker.

Vielmehr ist unsere Sprache und deren Bilderreichtum unerlässlich bei der Ergründung sensorischer Attribute schon bei der Produktentwicklung. Seien es Sprachbilder der olfaktorischen, gustatorischen und der akustischen Provenienz oder aber auch der haptischen Sprachkraft.

 

Die sensorischen Eigenschaften von Produkten und Verpackungen

Doch war es bisher ein ziseliertes und dementsprechend zeitaufwändiges Herantasten mittels Probandenbefragung, um sich an die gewünschten Eigenschaften von Produkten und/oder Verpackungen heranzutasten, scheint im disruptiven Digitalzeitalter auch an dieser alles entscheidenen Nahtstelle die nächste Evolutionsstufe in greifbarer Nähe.

Mit Disruption ist im konkreten Zusammenhang nicht das Ausschalten der Probanden gemeint. Es ist vielmehr die vielversprechende und zielgerichtete Abkürzung zum Unterbewusstsein der Testpersonen und letztlich der Zielgruppen, die ein Kölner Startup entwickelt hat.

 

Sensorische Erwartungshaltungen von Zielgruppen

Die “senseEngineers” aus der Domstadt haben eine Software konzipiert, die “die sensorischen Erwartungshaltungen von Zielgruppen ermittelt und in detailgenaue Produktspezifikationen übersetzt”.

Die dahinter liegende Überlegung, vereinfacht auf den Punkt gebracht: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Im Falle der senseEngineers übernehmen spezifisch zusammengestellte Bilddatenbanken (so genannte „Bildkataloge“) die Funktionen beschreibender Sprache und ihrer Wortwelten.

 

Assoziationsbilderwelten

Die auf diese Weise kreierten Assoziationsbilderwelten können im Idealfall den identischen Grundstock für Tests bezüglich der Optik, Haptik Akustik und Olfaktorik abbilden.

Der daraus resultierende Effekt würde tatsächlich einen Quantensprung innerhalb der Multisensorik markieren: Wenn “optische Eindrücke bestimmten Bildmotiven zugeordnet worden sind, lässt sich in der Folge feststellen, welche haptischen, akustischen oder olfaktorischen Wahrnehmungen mit denselben Bildern assoziiert werden”

 

Die Revolution der Produktsensorik?

Das wäre in der Tat nichts weniger als eine Revolution der Produktsensorik und damit der Produktentwicklung. Aus einem sensorisch spezifizierten Testdurchgang mit den Probanden würden sich die Resultate der zwei respektive drei verbleibenden sensorischen Testreihen automatisch schlussfolgern lassen.

Wir dürfen gespannt sein. Schließlich würden sich in diesem Fall enorme Einsparpotentiale in alle Richtungen ergeben – bei gleichzeitig signifikanter Erhöhung erfolgreicher Produktlaunches.

 

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Über den Autor

Olaf Hartmann

Olaf Hartmann

Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Touchmore, Mitbegründer des Multisense Instituts und Autor von "Touch!", der ersten Beschreibung des Haptik-Effektes im multisensorischen Marketing.

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