Ikea - Der haptisch-multisensorische Erlebniskonzern

von Olaf Hartmann am Montag, 04 September 2017. Veröffentlicht in Neuromarketing

Ikea und Dein haptisch-multisensorisches Zuhause

Werbung für den neuen IkeakatalogSoeben ist er millionenfach wieder auf unsere Tische geregnet: der neue Ikea-Katalog. Unsere alljährliche Haptik-Fibel: „Dein Zuhause. Dein Leben. Auf alles eingerichtet.“ Die Jahreslosung. Gültig bis Mitte 2018.

Früher oft belächelt, heute so etwas wie das haptische Urgestein jeder DIY-Inneneinrichtung und Fels im digitalen Malstrom des Internet of Things und der aufkommenden Smarthomes.

Der haptisch-multisensorische Erlebniskonzern Ikea ist eine (Markt-)Macht. Dabei dennoch immer in Bewegung, weil trendaffin. Kein Trend ohne die Schweden, die sich nebenher auch immer gerne in der Rolle des Trendsetters gefallen.

 

Ikea - Der haptisch-multisensorische Erlebniskonzern

Ein analoger, haptisch-multisensorischer und offensichtlich auch Disruption-immuner Erlebniskonzern, der die digitalen Kommunikationskanäle allerdings ebenso virtuos beherrscht wie das klassische Marketing. Der seine Kunden auch nach den Regeln des Neuromarketing am POS versorgt und zu den wenigen Ausnahmen im Handelsgeschehen zählt, die die digitalen Bestell- und Lieferschatten von Amazon nicht zu fürchten haben. Da passt es auch, dass die Schweden seit Anfang August ihren deutschen Kunden eine eigene Kreditkarte offerieren.

In zugegeben nicht immer gänzlich leichten Zeiten hilft uns die Elchkultur mit lässiger Selbstironie augenzwinkernd über manch Unbill der Zeitenläufe hinweg. Und neben vielerlei Mobiliar und Accessoires in unseren Privat- und Büroräumen sind uns auch so manche Ikea-Symbole ans Herz gewachsen und oft nur einen Griff weit entfernt.

 

Haptische Design-Ikonen

Fast alle Kundinnen und Kunden entführen den ikonischen Ikea-Bleistift nach der Shoppingtour in heimische Gefilde. Und bei der Shoppingbag "Frakta" in King-Size-Format und Ikeablau geht der Trend in den Familien lange schon zum Zweit- und Drittexemplar. Haptische Symbole, die das Möbelhaus tief auch auf unseren Alltagswegen haptisch-multisensorisch verankern.

Die schlichte, voluminöse wie billige Einkaufstüte taugt gar zur Inspiration der Haute Couture. So hat das französische Modehaus Balenciaga die Fashionvictims mit einer Luxusvariante für runde 2.000 € beglückt, dem „Frakta“ ganz unzweifelhaft Modell gestanden hat. Die Ähnlichkeiten erschöpfen sich nicht nur im Ikeablau und sorgten für reichlich Spott im Netz.

Ikea selbst reagierte cool und mit gewohnt trockenem Humor statt einer juristischen Gegenoffensive. Man verarbeitet Trends, setzt Trends und ist selbst steter Trend und Stilikone.

 

Nachhaltigkeit, die über Design und Haptik funktioniert

Keine Frage, dass die Trendscouts auch den Mega-Recyclingtrend von PET-Flaschen aufgegriffen haben. Auch die PET-Flasche ist zu einem haptischen Symbol der Neuzeit geworden. Leider nicht nur als Flüssigkeitsbehälter, sondern auch als umweltbelastendes Abfallsymbol.

Inzwischen hat die Recyclingindustrie den Grundstein für eine veritable Palette an Neukreationen erschaffen, denen geschredderte PET-Flaschen den Werkstoff geliefert haben. Von Nutzgegenständen des Alltags wie beispielsweise Kugelschreiber über Textilien (!) bis hin zur neuen Ikea-Kollektion, die mit der Küchenserie „Kungsbacka“ überrascht. Deren Fronten aus recycelten PET-Flaschen verankern das Thema Nachhaltigkeit auch als Wohntrend – wenn der Kunde es so will, was wiederum abzuwarten bleibt.

Doch wie auch immer: Ganz offensichtlich wird das kaum zu überschätzende Thema der Nachhaltigkeit, hier der Müllvermeidung und des Recyclings, über Design und Haptik lanciert.

Allerdings heißt es mit der neuen Kollektion auch Abschiednehmen von einem weiteren Haptiksymbol schwedischer Prägung: Der Inbusschlüssel hat bei Ikea ausgedient und tritt seinen Weg ins Museum an. Ersetzt wird er durch ein Stecksystem, das unserer Hände Arbeit noch viel leichter macht.

 

Haptisch-multisensorischer Nukleus der Konsumergesellschaften

Ikea bleibt also der unterhaltsame haptisch-multisensorische Nukleus der Konsumergesellschaften rund um den Globus. Für Familien, Junggesellen, Büromenschen - und Generationen-übergreifend, versteht sich.

Auch gastronomisch mischen die Schweden in der Spitze mit. Gut ein Drittel der Kunden zieht es vor allem wegen der Restaurants in die blau-gelben Konsumertempel. Mit diesem Zuspruch und geschickter gustatorisch-multisensorischer Regie hat sich Ikea still und leise einen Platz in den Top Ten der Gastronomieketten gesichert.

Es überrascht also kaum, dass sich der Konzern nun auch olfaktorisch in Erinnerung bringen und halten will. Der Schwede Ben Gorham, Mastermind der Parfummarke Byredo tüftelt aktuell an einem signifikanten Markenduft für das Möbelhaus. Wir sind gespannt!

 

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Über den Autor

Olaf Hartmann

Olaf Hartmann

Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Touchmore, Mitbegründer des Multisense Instituts und Autor von "Touch!", der ersten Beschreibung des Haptik-Effektes im multisensorischen Marketing.

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