Multisensorik statt Heimkino - Unterhaltung mit allen Sinnen

von Olaf Hartmann am Donnerstag, 11 Dezember 2014. Veröffentlicht in Neuromarketing

Forcierung der Multisensorik im KinosaalFreizeitparks entdeckten sie bereits vor vielen Jahren, nun sollen sie auch in regulären Kinos Einzug erhalten: Vierdimensionale Unterhaltungssysteme.

War es bisher schon eine Attraktion, wenn ein 3D-Film keine Kopfschmerzen verursachte, so wird das Entertainment nun auf eine neue Ebene gehievt und durch Ventilatoren, Wasserspritzer und bewegliche Sitze bereichert. 

Außerdem kann der Leinwandfilm auch um Gerüche erweitert werden. Es könnte künftig also möglich sein, dass man die durchdrehenden Reifen des Ford Mustang nicht nur auf der Leinwand sieht, sondern auch gleich eine Nase verbranntes Gummi genießen kann. So wird Kino zum multisensorischen Erlebnis und bietet einen Mehrwert, der mit dem Heimkino (noch) nicht möglich ist.

Man kann seine Familie zwar darum bitten, sich mit einer Wasserpistole hinter den Fernseher zu setzen, die professionellen Regen- und Spritzeffekte des 4D-Systems erledigen diese Aufgabe aber möglicherweise ansprechender. Und ob man versuchen sollte, den Geruch von Schießpulver in den eigenen vier Wänden zu reproduzieren, sei dahingestellt.

Einige Vorführhäuser gehen noch einen Schritt weiter und ermöglichen ihren Zuschauern eine aktive Beteiligung am Geschehen. Der Name dieser Innovation: Instant On-Screen Messaging.

Sie erlaubt es den Zuschauern, den Film nicht nur mit allen Sinnen zu genießen, sondern ihn auch sofort zu kommentieren. Die Beiträge werden kurzerhand ins Handy getippt und erscheinen anschließend auf der Leinwand, wo alle sie lesen können.

All das wirkt auf den ersten Blick kurzweilg, ist aber ein dringend notwendiger Schritt. Der Mensch möchte unterhalten werden und um ihn vom Sofa herunterzumotivieren, bedarf es echter Ideen. Möglicherweise liegt das Problem in der Gegensätzlichkeit von traditionellem Kinoerlebnis und modernem, urbanem Alltag. Die Fahrten zum Kino sind zu lang, die Kinobesuche zu aufwändig, die Technologien für Heimunterhaltungssysteme längst vorhanden.

Es besteht also vorerst kaum ein Grund, die heimische Festung zu verlassen. Die vierdimensionalen Unterhaltungssysteme könnten das ändern. In Amerika werden sie teilweise schon eingesetzt, die Markteinführung in Deutschland ist nur eine Frage der Zeit.

Die Forcierung der Multisensorik ist ein spannendes Experiment, zeigt aber auch, dass die Zukunft der Ansprache aller Sinne gehört.

Dieser Trend ist nicht nur in der Filmindustrie zu beobachten, sondern an allen Ecken und Enden. In unserer reizüberfluteten Welt ist es fast ein Kunststück geworden, die Aufmerksamkeit potentieller Kunden zu gewinnen.

Je mehr Sinne angesprochen werden, desto höher ist die Chance auf Gehör und Begeisterung. Das wissen nicht nur Freizeitparks schon lange. 

Über den Autor

Olaf Hartmann

Olaf Hartmann

Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Touchmore, Mitbegründer des Multisense Instituts und Autor von "Touch!", der ersten Beschreibung des Haptik-Effektes im multisensorischen Marketing.

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