Von Hirn zu Hirn - motorische Befehle via Gedankenkraft

von Olaf Hartmann am Freitag, 30 August 2013. Veröffentlicht in Neuromarketing

Mit Geistesgraft ferngesteuerter Finger. (Bildquelle: University of Washington)Klingt wie Science Fiction, ist jedoch schon Realität: Computerspiele ohne den Einsatz der Hände bedienen. Wie das funktioniert, zeigt beispielsweise der Informatiker Rajesh Rao von der Universität Washington in Seattle. Ausgerüstet mit einer Elektrodenkappe, die via EEG die elektrischen Ströme seines Hirns aufzeichnet, sitzt Rao vor dem Bildschirm, ohne die Tastatur zu berühren. Der Cursor bewegt sich trotzdem und aktiviert eine Ladung Kanonenfeuer. Keine Telepathie, sondern elektrische Weiterleitung des nur gedachten Befehls an die rechte Hand.

Jetzt ging der Forscher im Team mit dem Psychologen Andrea Stocco einen Schritt weiter. Würde es gelingen, nicht nur den Cursor eines Computers, sondern den Finger eines Menschen per Gedankenkraft zu mobilisieren?

Die beiden Forscher setzten sich in getrennten Räumen vor den PC. Ihr Equipment: Elektrodenkappen, eine Internetverbindung, mit der die vom EEG aufgenommenen elektrischen Impulse von Raos Gehirn weitergeleitet wurden, und zwar an eine Magnetspule, die auf der Kappe exakt über dem linken Motorcortex von Stoccos Gehirn platziert wurde.

Das Ergebnis: Sobald sich Rao vorstellte, die Feuer-Taste auszulösen, schnellte der rechte Zeigefinger von Stocco am anderen Ende des Campus auf den Abschussknopf. Für den Psychologen ein Gefühl wie „nervöses Zucken“, für den Informatiker, wie Spiegel online zitiert, „sowohl aufregend als auch unheimlich, eine bloße Vorstellung aus meinem Gehirn in eine tatsächliche Handlung eines anderen Gehirns verwandelt zu sehen“.

Nach der kommunikativen Einbahnstraße wollen die Forscher zukünftig erkunden, ob sie auch den elektrischen Dialog zwischen zwei Gehirnen ermöglichen können. Ethische Bedenken entschärft die Psychologin Chantel Prat, die ebenfalls zum Forscherteam gehört, mit dem Argument, dass die benötigte Technologie nicht ohne das Wissen bzw. die Bereitschaft eines Menschen eingesetzt werden könne.

Über den Autor

Olaf Hartmann

Olaf Hartmann

Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Touchmore, Mitbegründer des Multisense Instituts und Autor von "Touch!", der ersten Beschreibung des Haptik-Effektes im multisensorischen Marketing.

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