Farbe bekennen - Welche Assoziationen rufen Ihre CD-Farben wach?

von Olaf Hartmann am Mittwoch, 02 Oktober 2013. Veröffentlicht in Verkaufsförderung

Farbpsychologie (Bildquelle: stapag)Die Wirkung von Farben ist komplex. Sie beeinflussen unbewusst unsere Emotionen, haben abhängig vom kulturellen Kontext symbolische Qualitäten und pflegen als visueller Reiz enge Beziehungen zu den anderen Sinnen. Beispielsweise zur haptischen Dimension des Temperaturempfindens. Der Unterschied zwischen der gefühlten Raumtemperatur in einem blau oder rot gestrichenen Raum beträgt ca. vier Grad Celsius.

Farbpsychologie ist ein tradiertes Forschungsgebiet. Jedem Ton wird eine Bedeutung zugemessen. In unseren Breitengraden wird Rot je nach Nuance z.B. mit kämpferisch, dynamisch, begeisterungsfähig, sinnlich, leidenschaftlich, hitzköpfig verknüpft. Diese Assoziationen gelten nicht für jeden und alle, spiegeln allerdings typische Interpretationen, die früh gelernt und später auch intuitiv abgerufen werden.

Gleichzeitig nutzen wir die symbolische Dimension von Farben, um bewusst bestimmte Werte zu kommunizieren und Zugehörigkeit zu demonstrieren – sicht- und auch greifbar: von Stylingfarben für bestimmte Anlässe und als Differenzierungsmerkmal für Subkulturen über die Trikotfarben eines Sportvereins bis zu Partei- und Unternehmensfarben. So ist kräftiges Rot z.B. mit den Linken, CocaCola oder auch der Deutschen Sparkasse verbunden.

Über die Differenzierungsmöglichkeiten für Marken via CD-Farben wurden bereits Bände geschrieben. Dennoch besetzt nur eine begrenzte Anzahl von Marken konsequent eine Farbe, die über den kontinuierlichen Einsatz auch zum Identifikationsmerkmal avancierte, wie z.B. das Magenta der Telekom, das Blau von Nivea, das Lila der Milka-Kuh. Letzteres auch eines der raren Erfolgsbeispiele für die Neuinterpretation einer Farbe durch eine Marke. Wie Angela Garcia Osorio in ihrem Blogbeitrag zum Thema kommentiert: „Sie stellt unsere vertrauten Farbwelten auf den Kopf, ist geradezu widersinnig zur Realität, und dadurch verleiht sie der Marke einen völlig eigenständigen Charakter, starke Differenzierung und sehr gute Erkennbarkeit.“

Es gibt also keine goldene Regel für die Definition von CD-Farben – sowohl die Verknüpfung von Unternehmenswerten mit gelernten Farbmustern kann erfolgreich sein, z.B. naturverbundenes Grün für Ökokosmetik, als auch Kontraststrategien wie z.B. der blaue Apfel von Apple. Ist die Farbe einmal definiert, gelten allerdings die klassischen Spielregeln für Elemente der Markenführung: Klarheit, Konsistenz und Kontinuität.

Um das Identifikations- und Wiedererkennungspotential einer Farbe erfolgreich in den Dienst der Markenführung zu stellen, müssen alle relevanten Touchpoints des Konsumenten mit Produkt bzw. Dienstleistung in den definierten Farbton einstimmen. Nur wer konsequent Farbe bekennt, schafft mit diesem schillernden Instrument der Markenführung Glaubwürdigkeit und Differenzierung.

Über den Autor

Olaf Hartmann

Olaf Hartmann

Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Touchmore, Mitbegründer des Multisense Instituts und Autor von "Touch!", der ersten Beschreibung des Haptik-Effektes im multisensorischen Marketing.

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