Der Haptik-Effekt-Blog
von Touchmore

Aktuelle Erkenntnisse
aus der Verhaltenspsychologie, den Neurowissenschaften
und dem multisensorischen Marketing.

Motivierende Werbepost

Der Hype E-Mailing flaut ab

Aufgeklappte Kommunikationsflächen des Faltwerkwürfels

Wie viele E-Mails erhalten Sie pro Tag? Wie viele davon sind für Sie relevant? Wie oft fragen Sie sich, wo all die Spammer Ihre E-Mail-Adresse gekapert haben?

Was vor einer Dekade noch als kostengünstig(st)er Werbekanal zu (potentiellen) Kunden gefeiert wurde, hat mittlerweile viel von seinem Glanz eingebüßt. Das omnipräsente, breit gestreute Kauf-mich-Getöse erntet(e) schon in der analogen Werbewelt wachsenden Überdruss und Reaktanz – warum sollte die digitale Steigerung der Angebotsflut eine andere Reaktion hervorrufen? Realiter potenziert sie den Nervfaktor weiter; das Netz ist prall gefüllt mit Tipps gegen Spam.

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Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Die Tür zu einem haptisch-multisensorischen Lebenskosmos

Messebesucher starren auf ihre Smartphones

Keine Bange, ich möchte hier und heute kein Literaturseminar auf den Spuren von Marcel Proust vom Zaun brechen. Obwohl er für die Gehirn- und Gedächtnisforschung von durchaus gewichtiger Bedeutung ist. Sie erinnern sich: Der Geschmack und Geruch seines in Lindenblütentee getunkten "Petite Madeleine"-Gebäcks versetzt den Erzähler in "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" in seine Kindheit – mit all ihren Erinnerungen.

Die verlorene Zeit, die wir heute suchen, ist die, die uns unsere Smartphone-Screens rauben. Lebens- und Arbeitszeit, die wir in den digitalen Untiefen der Diffusionsmedien aussäen, ohne Früchte dafür zu erhalten. Ein schöner Allgemeinplatz, dem Sie gewiss zustimmen werden. Um gleich einen mentalen Haken daran zu setzen und weiter zu wischen auf Ihrem Screen.

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Auf der Suche nach der verlorenen Screenzeit

Vom Retransfer verströmter Online-Ressourcen ins Offline-Leben

Personen vor ihren mobile Kommunikationsgeräten

In meinem letzten Blog Auf der Suche nach der verlorenen Zeit hatte ich in Anlehnung an den US-amerikanischen Sachbuch-Autor und Speaker Paul Greenberg den gedankenlosen Umgang mit unseren mobilen Kommunikationsgeräten aufgegriffen. Dabei gerieten die dort investierten Ressourcen Geld und vor allem auch Zeit in den Blick.

Greenberg nun hat sich die Mühe gemacht, den unwiderbringlich verlorenen Ressourcen Äquivalente aus der Offline-Welt an die Seite zu stellen. Was könnte anstelle der digital verströmten Lebenszeit und den ausgelösten Kostenposten im Offline Bleibendes bzw. Weiterführendes gestaltet werden? Der Einfachheit halber bezogen auf den Zeitraum von einem Jahr.

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Eine neue Sicht auf Kunden und ihre Bedürfnisse

Lebensstil als Leitmotiv

Besucherpublikum an einem Messestand

In der Sozialpsychologie hat man sich längst von tradierten Schichtenmodellen verabschiedet und stattdessen Milieus und Lebensstile in den Fokus gerückt. Ein flexibles Modell, das die fortschreitende Ausdifferenzierung moderner Gesellschaften spiegelt.

Im Laufe der vergangenen Dekaden wuchs die Anzahl der Milieus mit spezifischen Werten, Verhaltensmustern, Interessen usw. kontinuierlich. Demographische Daten wie Alter und Geschlecht werden zwar weiter zugeordnet, spielen aber schon aufgrund all ihrer Überschneidungen keine Schlüsselrolle mehr.

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Die Macht der Binsenweisheiten

Das private Individuum hinter dem öffentlichen User

Facebook-Messestand auf der dmexco

Mark Zuckerberg, der Arme, der inzwischen eher als Getriebener seines eigenen Netzwerkes erscheint denn als sein Gestalter, greift zur Binse, um seine Deutungshoheit wiederzuerlangen. Und diesmal liegt er gar nicht soweit daneben. Denn neben unserer durch die sozialen Netzwerke herausgearbeiteten exhibitionistischen Ader verfügen wir auch immer noch über das Urbedürfnis der Privatheit und Nähe.

Und so erklärt uns Zuckerberg: “As I think about the future of the internet, I believe a privacy-focused communications platform will become even more important than today's open platforms. Privacy gives people the freedom to be themselves …” Eine Zäsur, eine Kehrtwendung um 180 Grad.

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Die Zukunft des Lesens

Interdisziplinäre Metastudie mit über 170.000 Teilnehmern

Sitzendes Kind liest ein Buch

Für die Dauer von vier Jahren wählen wir hierzulande unsere Länderregierungen und unsere Bundesregierung. Ein Zeitraum, in dem viel verändert und weiterentwickelt kann, aber auch verloren werden kann – durch Nichtstun. Oder so tun als ob.

Nichtstun, die Gegebenheiten und beschleunigten Dynamiken einfach und unreflektiert hinnehmen ist eine der gefährlichsten Begleiterscheinungen unserer Zeit. Einen Gegenentwurf dazu verkörpert das EU-finanzierte europäische Forschungsnetzwerk Evolution of Reading in the Age of Digitisation (E-READ).

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Embodiment - verstehen & behalten

Print behält seine lernpädagogische Relevanz

Mann und Frau lesen Bücher

In meinem letzten Blog über Die Zukunft des Lesens habe ich die Metastudie des europäische Forschungsnetzwerk Evolution of Reading in the Age of Digitisation (E-READ) und die Stavanger Erklärung der beteilgten Wissenschaftler aufgegriffen.

Im Kern beschäftigt sich E-READ mit der Frage, wie wir im Hybrid-Zeitalter von Lesen und Schreiben die zur Verfügung stehenden digitalen und analogen Ressourcen Altersgruppen- und nutzungsbezogen optimal ausschöpfen und verbinden können.

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Printmedien für Entspannung und Inspiration

Auch die Analogkultur blüht weiter

Frau liest Zeitung auf Bahnsteig

Auf Umfragen basierende Studien der Marktforscher können weder Empathie für die Zielgruppe ersetzen noch implizite (Kauf)Motive erhellen. Doch sobald es um Updates in einer höchst komplexen Welt geht, liefern sie nach wie vor wertvollen Input zu überindividuellen gesellschaftlichen Entwicklungen quer durch die Altersstufen.

Die jährlich erhobene best for planning – b4p –gilt als umfassendste Erhebung unter deutschen Konsumenten. Im Fokus: aktuelle Entwicklungen in Kaufverhalten und Mediennutzung sowie die Wünsche, die Menschen hegen.

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#instagrammable moments

Das Leben an der schönen Oberfläche

Zwei Kitesurfer im Atlantik

Die einen lieben sie, die anderen reagieren eher genevt auf die Hashtagwelt. Bekannt wurden sie vor allem durch den Kurznachrichtendienst Twitter, zum Lifestyle-Narrativ vollends durch Instagram.

Selbstinszenierung (Selfies) trifft auf den schönen Schein. Instagramfähig müssen sie sein, die Locations und schönen Dinge des Lebens bis hin zum coolen Outfit. Die Instagrammisierung des Lebens fördert Trends und Subtrends, die die Gründer der Bilderplattform kaum auf der Rechnung gehabt haben dürften.

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Haptik hautnah

Das boomende Bedürfnis nach Berührung

Mann berührt Frau im Gespräch

Insbesondere in den Ballungsräumen wachsen Singlekultur und Einsamkeit. Die um sich greifende digitale Vernetzung kann das Bedürfnis nach empathischen Beziehungen und echter Nähe nur peripher erfüllen.

Mit Blick auf die aktuelle Situation entpuppt sich Social Media zusehends als Spielwiese für Nar(r)zissten, mehr oder weniger subversive Werbebotschaften und Vorschub für die Illusion, allseits verbunden zu sein.

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Eine haptische Verschwörung?

Steckt hinter der Stavanger Erklärung eine Ideologie?

Laptops, Tablets, diskutierende Kongressbesucher

Nils Minkmar, Autor im Kulturressort des Spiegel, hat in einem seiner jüngeren Kommentare lesenswerte Gedanken zur deutschen Identitätskrise dargelegt.

Eingedenk des nicht enden wollenden öffentlichen Gezankes zu wichtigen wie auch vor allem nichtigen Anlässen bescheinigt er dem Land eine “Vorliebe für identitätspolitische Minimalskandale”. Ja, Minkmar geht sogar einen Schritt weiter und bescheinigt uns: Wir leben “ … in einer neuen Epoche, der des Minimalskandals”.

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Von Deepfakes zu Deephaptics?

Kann ich meinen Augen und Ohren noch trauen?

Süßigkeit in Mausform aus 3D-Drucker

Zum an- unnd abschwellenden Hintergrundrauschen unserer Zeit gehört der Umgang mit der Wahrheit. „Fake News“, „alternative Realitäten“ und mehr und mehr auch „Deepfakes“ sind die dazu gehörigen Schlagworte. Insbesondere die Deepfakes lassen aufhorchen.

Bei ihnen werden unter Zuhilfenahme von künstlicher Intelligenz (KI oder AI) Video- und Tonaufnahmen manipuliert – mit täuschend echten Ergebnissen. Die wiederum, wenn sie zielgerichtet eingesetzt werden, auf den fruchtbaren Boden der daueraufgeregten sozialen Netzwerke fallen und dort gerne und vor allem rasch weiterverarbeitet, sprich geteilt werden.

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AdBlocker - Kein Bock auf Online-Werbung?

Was AdBlocker-User antreibt

Grafik zur Nutzung von Adblockern

Für Werber ein altbekanntes wie lästiges Problem: AdBlocker. Installiert auf dem heimischen PC und natürlich auch auf den mobilen Endgeräten vieler Nutzer.

Lästig? Vor allem auch ein teures Problem. Werbers Werbung wird gar nicht erst auf den Screens ausgespielt. Ein relevanter Teil der Zielgruppe fällt Online sozusagen flach. Was natürlich impliziert, dass die AdBlocker-abstinenten Nutzer Online-Werbung die gewünschte wie auch notwendige Aufmerksamkeit zuteil werden lassen.

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„Das Hirn braucht Halt”

Technische Standards sind keine Werbewirkung

Olaf Hartmann spricht auf ContentGipfel

Vor einigen Wochen hatte ich die Gelegenheit, am ersten Düsseldorfer Content-Gipfel als Speaker mitzuwirken. Eine erste Bilanz hatten wir in unserem Blogbeitrag „Unser Hirn liebt Haptik” gezogen.

Inzwischen hat die GroupM Germany GmbH als Veranstalterin das Geschehen des Content Gipfel 2019 auf ihrer Website detailliert in Wort und Podcast, den Vortragvideos samt Vortag-PDFs sowie natürlich auch im Bild , dokumentiert (den Link finden Sie am Ende dieses Blogs). Für mich persönlich spiegelt sich die Relevanz dieses Gipfeltreffens auch darin wider, als ich mich mit einigen der Gipfelakteuren bereits im Vorfeld inhaltlich u.a. in Blogform auseinandergesetzt habe.

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Neue haptisch-multisensorische Erlebnisräume

Das immersive Theater und die sensorische Inszenierung

Screenshot Homepage Krieg der Welten

In der Kunst des 20. Jahrhunderts gab es schon früh Bestrebungen, die Trennung von Kunst und Alltag zu überwinden. Eine exponierte Kunstform für diese Initiativen war natürlich das Theater – und ist es auch heute noch.

Seit vielen Jahren sogar wieder verstärkt. Das interaktive oderauch immersive Theater, simplifizierend gerne als „Mitmach-Theater“ apostrophiert, hat Konjunktur. Bei diesem Theaterformat wird das Publikum und mit ihm jedes einzelne Besucherindividuum interagierender Teil der Aufführung. Alle werden zu Schauspielern und erleben eine neue Realität.

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Der haptische Glücksmoment

Glück im Spiel

Messebesucher greifen nach Promotionartikeln

Ein neuer Trend schwappt aus Asien zu uns herüber: die Jagd nach dem kurzen Glücksmoment. Im Bestreben nach Stressreduktion und Selbstachtsamkeit suchen Berufstätige, aber auch Jugendliche nach Inseln der Glückseligkeit im malmenden, treibenden Räderwerk des Alltags.

Sie finden diese kurzen Glücksmomente - wenig überraschend - im Konsum. Bei genauerem Hinschauen zeigt sich jedoch, dass es insbesondere zwei Komponenten sind, die diese Glücksmomente konstituieren.

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Emotionen zum Nachhören

24 Emotionen auf einer interaktiven Karte

Screenshot interaktive Karte 24 Emotionen

Jedes sinnliche Signal küsst Emotionen wach, die wir in unserem Unterbewusstsein abgespeichert haben: Töne, Gerüche, Bilder, Geschmackserlebnisse. Sogar Produkthaptik triggert Emotionen.

Wer die sensorischen Codes kennt und ihre Anwendung beherrscht, erreicht messbar mehr in Marketing und Vertrieb. Wer gar einen Überblick unseres Emotionsspektrums erlangt und seine verborgenen Zusammenhänge, schafft den Sprung auf eine neues Level.

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Digital Natives und die neue Nachdenklichkeit

Nach dem Hype breitet sich Ernüchterung aus

Messestand mit Digital Natives

Wie hoch schätzen Sie den Prozentsatz der deutschen Offliner unter den 14- bis 24-Jährigen ein? Gleich Null? Damit liegen Sie richtig. Jedenfalls nach den statistischen Daten, die dem DIVSI – Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet – vorliegen.

Zwar unterstreicht der bis zum Anschlag gesättigte Markt, dass Smartphone & Co. längst zu unverzichtbaren Alltagsinstrumenten avanciert sind. Doch die Euphorie, die einst von den digitalen Innovationen ausgelöst wurde, verklingt zusehends – auch bei den jungen Zielgruppen.

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Von der Postkarte zum Printmailing

Die Postkarte wird 150 Jahre alt

Alte Postkarten Köln und Rhein

Jubiläen, Gedenk- und Feiertage: kein Tag inzwischen mehr, der nicht irgendwem oder irgendwas gewidmet ist. Komplettiert und (oft zu Recht) auch überlagert von den Jahrestagen wichtiger historischer Ereignisse. Das Salz in der Erinnerungssuppe aber sind unsere ganz persönlichen Erinnerungskalender: Tage, Monate und Jahre, die unsere Vita geprägt haben, uns zu dem formten, die wir sind.

Oft verbunden mit Zeugnissen unserer Erinnerung: gesammelte Gegenstände, Souvenirs, Bilder, Urkunden, Zeitungsschnipsel, Tagebücher, Briefe – und Postkarten. Letzteren habe ich an dieser Stelle schon einmal als Haptik Nostalgie einen Blog gewidmet.

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Haptik und das Internet der Dinge

Kleine Dinge mit großer Wirkung

USB-Sticks-Automodelle im Smartphonedisplay

Im Zuge der allgegenwärtigen Digitalisierung nimmt auch das Internet der Dinge (IoT für Internet of Things) sprunghaft Fahrt auf. Aktuelle Studien prognostizieren bis zum Jahre 2025 der vernetzten Dingwelt ein Volumen von 100 Milliarden Einheiten. Und das ist erst der Anfang!

Umgerechnet auf die Erdbevölkerung wären das 14 mit dem Internet verbundene Geräte pro Kopf. Gesteuert über die Cloud durch Programme und Apps. Unsere Hände sind dabei immer weniger im Spiel. Allenfalls über den Griff zum Smartphone zwecks Appcheck, sprich Steuerung und Kontrolle der sich verselbstständigen Objekte.

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