Haptisches Sammelfieber

von Olaf Hartmann am Sonntag, 17 Juni 2018. Veröffentlicht in Hapticals

Fußballer zum Anfassen: Die Panini-Sammelbilder

Fußballer-Skulptur mit Panini SammelbildernEs ist mal wieder soweit: Das Fußballfieber grassiert, Fahnen und Wimpel wehen. Das laufende Weltmeisterschafts-Event in Russland kitzelt Einschalt- und Aboquoten, mobilisiert internationale Fanmassen und öffnet Umsatzschleusen. Mag sich die Welt auch noch so digitalisieren, Sportevents bleiben physisch-soziale Plattformen und Begegnungsstätten.

Alle Jahre wieder beleben vor allem die Fußballweltmeisterschaften zuverlässig wie Schweizer Chronometer das haptisch-multisensorische Phänomen der Panini-Sammelbilder samt zugehöriger Alben. In keinem europäischen Land übrigens so intensiv wie in Deutschland.

 

Haptisches Sammelfieber

Das nahezu epidemische haptische Sammelfieber wird vor allem von den jüngeren Generationen gepflegt, kann aber durchaus auch auf die Altvorderen überspringen. Nicht selten sind es auch ganze Familien, die sich kollektiv der Sammelwut hingeben und nicht eher ruhen, bis der letzte frei Platz im Album mit dem ordnungsgemäßen Konterfei eines Kickers aufgefüllt wurde.

Als ehemalige Sammler und Jäger wissen wir, dass uns die Sammelleidenschaft tief in unsere DNA eingeschrieben wurde. Psychologisch erfüllt das Sammeln die Funktion, die als chaotisch und unbeherrschbare Realität zu ordnen, zu gestalten, im Kleinen beherrschbar zu machen.

 

Unser Tastsinn als psychologischer Wahrheitssinn

Eng verknüpft damit ist die Funktion unseres Tastsinns als psychologischer Wahrheitssinn, wie ich es u.a. auch in meinem Blog Währung, Wahrheit und haptisches Vertrauen beschrieben habe.

Das Ausleben der Sammelleidenschaft ist zu einer haptisch-mentale Kur aufgestiegen, ein rhythmisches Wiedereintauchen in die physische Realität. Urlaub von digitalem Erstwohnsitz und digitaler Zweitexistenz, ansammeln gegen den Online-Überzieher. Ich sammle, also bin ich.

 

“Analoge Konstante” und Geschichtenerzählen

“In einer sich stetig ändernden Welt hat Panini mit seinen Stickern eine analoge Konstante geschaffen - aller Regeländerungen, Digitalisierungen und Fifa-Skandale zum Trotz. Die Belohnung für eifrige Sammler waren seit den 1960ern volle Hefte, die Geschichten erzählten: Von Stickern, die ihre Spieler überlebten, von schmerzhaften Niederlagen und großartigen Siegen, die Legenden gebaren.”

Auf diesen einprägsamen Nenner bringt es der freie Redakteur und dpa-Mitarbeiter Fabian Wegener.

 

Sammelwerk, persönlicher Erinnerungsspeicher, Unikat

Mit dem Sammeln der Bilder schreibt auch jeder Sammler seine eigene, ganz persönliche Geschichte, die Jagd nach den raren Motiven, die Besuche der Tausch- und Sammlerbörsen, der Endorphinrausch der finalen Vervollständigung. Auf diese Weise erzählen die Bilder nicht nur die Geschichte der abgebildeten Spieler.

Viele Bilder sind zusätzlich mit Erlebnissen und Lebensgeschichten ihrer Sammler aufgeladen. Das macht sie so wertvoll, so unersetzlich: das Panini-Sammelwerk auch als persönlicher Erinnerungsspeicher, das Unikat.

Das aktuelle Panini-Stickeralbum zur Weltmeisterschaft 2018 ist übrigens Heimat für 682 Sticker. Das bietet ganz nebenbei auch noch eine Menge Platz für Irrationalismen. So hat Paul Harper, Mathematik-Professor der Cardiff University, ausgerechnet, dass der durchschnittliche Sammler bis zur Komplettierung seines Sammelwerkes 967 Panini-Tüten mit 4832 Stickern erstehen muss. Kostenpunkt: 870,30 Euro.

 

Die Überzeugungskraft von Printprodukten

Eifrige Tauscher oder Besucher von Sammlerbörsen können diese wahrhaft epische Investition für Stickerbildchen durchschnittlich auf knapp unter 300,00 Euro drücken - eine immer noch stattliche Investition.

Aus der Perspektive des Werbepsychologen demonstrieren die Paninibildchen natürlich auch die magische Attraktivität, die Printprodukten innewohnen kann. Und damit ist nicht nur der Stellenwert der “analogen Konstante” gemeint.

Die Überzeugungskraft von Printprodukten ist nämlich tatsächlich messbar. Wenn Sie mehr zu den Hintergründen und dem sich daraus ergebenden Nutzeneffekt für Ihre Unternehmenskommunikation erfahren möchten, dann greifen Sie doch zu unserem kostenlosen Whitepaper „The Power of Print - Warum die Zukunft des Marketings nicht nur digital sein wird“.

Erfahren Sie, warum Print in einer flirrenden, digitalen Welt Marken real erfahrbar und Nutzenversprechen begreifbar macht.

 

Über den Autor

Olaf Hartmann

Olaf Hartmann

Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Touchmore, Mitbegründer des Multisense Instituts und Autor von "Touch!", der ersten Beschreibung des Haptik-Effektes im multisensorischen Marketing.

Blog durchsuchen

Über diesen Blog

Willkommen beim Haptik-Effekt Blog von Touchmore!

Hier bloggt das Touchmore Team zu den Erkenntnissen der Verhaltenspsychologie, der Neurowissenschaften, des multisensorischen Marketings und der Haptikforschung.

Touchmore Logo

Touchmore GmbH
Haptische Markenkommunikation
Am Bruch 5
42857 Remscheid
Deutschland

Fon: +49 (0)2191-9837-0
Fax: +49 (0)2191-9837-22
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.touchmore.de