Der haptische Griff in die Erinnerung

von Olaf Hartmann am Montag, 23 April 2018. Veröffentlicht in Haptik

Mit haptischen Kalendern auf Verbrecherjagd

Haptischer Tischkalender Cold Cases 2018Physische Kalender existieren wie ihre digitalen Verwandten in ungezählten Formen, Gestalten und thematischen Aufhängern . Relativ neu für das gute alte Europa ist die „Sherlock-Holmes-Variante“: Die Tätersuche für alle. Eine Art „AktenzeichenXY“ in haptischer Kalenderform.

Gesucht werden nämlich die Täter scheinbar längst vergessener, ungelöster Fälle. „Cold Case“ heißt ein solch unaufgeklärter Fall im Polizeijargon. Und nicht ganz zufällig liegt das geistige Copyright für die retrospektive Tataufklärung bei den US-Polizeibehörden. Sie verfielen auf die Idee, zu diesem Zweck Spielkarten mit dem Profil ungelöster Verbrechen an eine ganz besondere Zielgruppe zu verteilen: verurteilte Gesetzesbrecher.

 

Der haptische Griff in die Erinnerung

Das - durchaus erfolgreiche - Kalkül: der haptisch-optische Kombinationsreiz triggert bei den einsitzenden Kartenspielern Erinnerungen. Aufgeschnappte Gesprächsfetzen, Prahlereien, Knastgeschichten.

Subterranean Storytelling, geschuldet der hinter Gittern überall stets gleichen Melange aus Langeweile, Imponiergehabe und Einschüchterungskultur. Der Griff zur Karte wird zum haptischen Griff in die Erinnerung.

 

Adventskalender: Hinter jedem Türchen ein schwerer Junge

Genau diese haptisch freigesetzten Erinnerungen sind die Objekte der Behördenbegierde. Aber auch Balsam für viele Angehörigen von Verbrechensopfern. Denn Gewissheit zu haben, auch schmerzliche, ist die Voraussetzung, um mit etwas abschließen und seinen inneren Frieden wiedererlangen zu können.

In Europa selbst adaptierte Europol das Prinzip dieser Idee. Die Polizeibehörde der Europäischen Union mit Sitz in Den Haag legte 2016 einen einschlägigen Adventskalender auf: Hinter jedem Türchen ein schwerer, gesuchter Junge. Sozusagen die europäische Top 24 der “Bad Boys”.

 

Cold-Case-Kalender 2018

Die berührbare Kombination von Weihnachtsselig- und kontrafaktischer Ruchlosigkeit war durchaus Erfolg beschieden und taugte deshalb wiederum zur Inspiration der niederländischen Polizei. Die Ordnungsbehörde unserer Nachbarn blieb beim haptischen Kalenderprinzip, wählte aber einen Tischkalender.

Der “Cold-Case”-Kalender wurde erstmals im vergangenen Jahr aufgelegt – mit zufrieden stellenden Erfolgen. In jeder Woche der “Steckbrief” eines ungelösten Verbrechens, 52 an der Zahl, garniert mit Belohnungen zwischen 10.000 und 20.000 Euro für den entscheidenden Tipp.

 

Steigende Aufklärungsquote

Natürlich zog das auch Kritiker auf den Plan. Unumstritten ist das Projekt also nicht. Aber erfolgreich. Die Aufklärungsquote steigt. In diesem Jahr wurden dann auch bisher 48.000 gedruckte Tischkalender in den Umlauf gebracht.

Der Kalender steht auch zum Download als pdf bespielt.

Rund 1.500 Cold Cases belasten alleine in den Niederlanden die Aufklärungsquote. Mit dem haptischen Cold-Case-Kalender werden zumindest derer 52 der Vergessenheit entrissen. Schlicht dadurch, dass Menschen diese 52 Fälle berühren und durch sie berührt werden, Erinnerungen aufsteigen, sich Erinnerungsfragmente fügen.

Und auch wenn der Kontext höchst ungewöhnlich und auch nicht unumstritten ist, demonstriert auch der Cold-Case-Kalender “The Power of Print”.

 

Haptische Mailings berühren und bewegen

Ob Produkte im virtuellen Raum oder digitale Dienstleistungen – haptische Werbemedien setzen wirkungsvolle Impulse und bauen tragfähige Verständnisbrücken zum Kunden. Denn sie machen (be)greifbar, was sonst nicht wirklich fassbar ist. Stiften handfesten Kontakt, der Glaubwürdigkeit und Vertrauen stärkt.

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Über den Autor

Olaf Hartmann

Olaf Hartmann

Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Touchmore, Mitbegründer des Multisense Instituts und Autor von "Touch!", der ersten Beschreibung des Haptik-Effektes im multisensorischen Marketing.

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