Der Haptik-Effekt-Blog
von Touchmore

Der Ruf nach einer Aufmerksamkeitsteuer

Wenn die Zielgruppe als Konsumenten ausfällt

Der Ruf nach einer Aufmerksamkeitsteuer ©stapag

Die Rufe nach einer Aufmerksamkeitssteuer, sie mehren sich. Klar sind auch die Adressaten mit Facebook und Google an ihrer Spitze. Diese Rufe sind nicht neu. Sie erhalten neuerdings aber  neue Würze. Die basiert auf einem unlängst publizierten Essay eines US-amerikanischen Autorenduos. Und der hat es durchaus in sich.

Eine besondere brisanz erhält der Essay durch den bemerkenswerten Umstand, dass mit Andrew Kortina einer der beiden Autoren ein erfolgreicher Digitalunternehmer ist, der den in den USA besonders beliebten Bezahldienst Venmo an den Start gebracht hat. So erfolgreich, dass er zwischenzeitlich in den Besitz von Ebay bzw. PayPal übergegangen ist.

Der Ruf nach einer Aufmerksamkeitsteuer

Der Mann weiß also, worüber er spricht respektive schreibt, wenn er sich gemeinsam mit seinem Co-Autor eines besonderen Phänomens unter jungen US-amerikanischen Männern annimmt: Sie arbeiten immer weniger. Das betrifft besonders signifikant die Altersgruppe von 20 – 34 Jahren.

Bei den 20 bis 24-Jährigen ist die Zahl der Jobinhaber in den beiden Jahrzehnten zwischen 1996 und 2016 um nahezu 10 Prozent gesunken. Die Ursachenmutmaßung der Autoren, ergänzt um den Ruf nach einer Aufmerksamkeitssteuer: ausgelebter digitaler Spieltrieb (bis hin zur notorischen Spielsucht, möchte man ergänzen).

Mehr spielen, weniger Einkommen, weniger Bruttosozialprodukt

Der Nachwuchs bleibt länger im Hotel Mama mit Einkommensverzicht, dafür aber höheren Zeitanteilen fürs digitale Sich-Verströmen, das Aufsplittern von Persönlichkeit und Aufmerksamkeit in nervöse kleine, nur noch mühsam verbundene Monaden aus Bits und Bytes.

Das ist suboptimal nicht nur für Eltern und Zögling, sondern auch für Staat, Gesellschaft und das Bruttosozialprodukt. Schließlich verschwinden erhebliche Produktivitätsanteile vieler Gesellschaftsteilnehmer im digitalen Nirwana. Wertschöpfung? Null!

Die Aufmerksamkeitssteuer –
und was das für die Online-Werbung aussagt

Konstruktiver Ausgleichsvorschlag zur Balance: eine Aufmerksamkeitssteuer. Warum das ein durchaus tragfähiger und richtungsweisender Ansatz auch für Deutschland ist, auch wenn die hiesigen Verhältnisse noch nicht das Ausmaß der US-Amerikaner erreicht haben, untersucht Christian Stöcker in einem Kommentar für Spiegel Online.

Der Vorschlag für eine Aufmerksamkeitssteuer birgt aber noch eine weitere Konsequenz mit erheblicher Sprengkraft. Und der zündet inmitten der auch nicht durch Adblocker und galoppierende Werbereaktanz auf Vernunftmaß zu erdenden Euphorie des Online-Marketings.

Digitale Entselbstung und Aufmerksamkeitsdefizit

Die zur Debatte stehende Aufmerksamkeitssteuer ist eine kompensierende Zwangsabgabe auf den allgemeinen Aufmerksamkeits- und Zuwendungsverlust, den eine Gesellschaft und ihre Wirtschaft durch die digitale Entselbstung und Unproduktivität eines Teils ihrer Individuen erleiden.

Anders formuliert: Wer nicht arbeitet und eo ipso über kein eigenes Einkommen verfügt, fällt als Konsument aus. Ihn mit Werbung zu adressieren, ist sinnfrei. Wieviel Hirn braucht die Werbung?

Noch schwerwiegender kommt die werbungtreibende Wirtschaft das via Steuer gegenzufinanzierende Aufmerksamkeitsdefizit zu stehen. Diese Klientel ist auch auf dem Online-Weg schlicht nicht mehr erreichbar.

„Umparken im Kopf“

Höchste Zeit für ein - wie heißt es doch so schön? - „Umparken im Kopf“. Und für einen ausgewogeneren Marketingmix von Online und Offline.

Warum und wie beispielsweise haptische Mailings auch Menschen mit einer durch Werbungsdauerbeschuss verursachten Werbereaktanz berühren und bewegen, erfahren Sie gratis und kompakt in unserem Whitepaper zum haptischen Dialogmarketing.

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