Die Welt – ein Wisch?

von Olaf Hartmann am Freitag, 23 November 2018. Veröffentlicht in Haptik

Hand drauf!

Mann mit Smartphone neben NotizbuchvitrineGehören Sie zu den Glücklichen, die in diesem Jahr nicht die handfertigen Dienste eines Handwerkers in Anspruch nehmen mussten? Falls ja, drücke ich Ihnen die Daumen, dass der Konjunkturzyklus Ihres Glückssterns auch weiterhin eine Lebensfreude spendende Formkurve aufweist.

Allen anderen versichere ich mein Mitgefühl, denn geteiltes Leid ist immer noch halbes Leid. Dabei klage ich an dieser Stelle gar nicht über die schwankende Qualität des Handwerks, wie es lange den Diskurs beim gemeinsamen Abendbrot oder im Stammlokal dominierte.

 

Das Wenigerwerden des Handwerks

Nein, nein, es ist viel schlimmer, auch wenn das früher einmal für kaum möglich gehalten wurde. Ich betrauere das Dahinschwinden des Handwerks, sein Wenigerwerden und die damit verbundenen, ins Unerträgliche anschwellenden Wartezyklen auf einen Termin.

Der Tag, als endlich der Handwerker meines Vertrauens kam und mich von meinen Missständen und heillosen Improvisationen erlöste. Doch, doch, ein solcher Tag hat inzwischen durchaus Erlöserqualitäten und schafft mit Leichtigkeit den Einzug in die Familienchronik des Jahres.

Früher, in unserer Kindheit, haben wir vielleicht mit ähnlicher Inbrunst und geschenkehungrig auf das Christkind oder den Weihnachtsmann gewartet, unseren Geburtstag herbeigesehnt. Heute, im beschleunigten Zustand des Broterwerbes, gehört die Inanspruchnahme öffentlicher Verkehrsmittel, namentlich die der Deutschen Bahn, samt ihrer unerbittlich auf uns niederregnenden, nie planbaren Wartezeiten zu den elysischen Erfahrungswerten unserer Existenz.

 

Unser gefühltes Leben im Wartezimmer

Jedenfalls im Vergleich zu der Spannweite der Wartezeiten und der hehren Last ihrer Geduldsproben, die das Warten auf Godot, der heute Handwerker heißt, mit sich bringt. Dabei kann der Handwerker an sich rein gar nichts für unser gefühltes Leben im Wartezimmer.

Sein Handwerk mag einen goldenen Boden haben, seine Auftragsbücher platzen aus allen Nähten, auch die Wochenenden sind längst nicht mehr allen heilig. Aber in Wirtschaftsboom-Zeiten hat er schlicht keine Leute mehr. Keine Fachkräfte, Schwindsucht beim ausbildungswilligen Nachwuchs. Der wischt lieber, als Hand anzulegen, ein Handwerk zu erlernen.

Ich wische, also bin ich. Über mein Smartphone, übers Tablet: die Welt – ein flüchtiger Wisch. Der Screen als Tor zur Welt? Da geht mehr! Mehr an Welt!

 

Haptischer Hunger

Die digitale Revolution endet bei der Evolution des Menschen. Der generationenübergreifende  Boom bei allen Hobbies, die mit handwerklichem Geschick zu tun haben, wie ich es u.a. auch in meinem Blog Haptik im DIY-Trend beleuchtet habe. Oder der Run auf Brettspiele, die Blüte der so genannten Bullet Journals - das alles spricht eine Sprache: die des haptischen Hungers.

Unser Tastsinn auf Entzug sucht sich seine haptischen Ventile. Wischen alleine reicht eben nicht. Dieser zwangläufige Mechanismus lässt sich gezielt und mit verblüffenden Responsequoten für Kommunikation, Recruiting (übrigens auch fürs Handwerk), Marketing und Verkaufsförderung nutzen – durch den Einsatz haptischer Werbemedien.

Diese setzen wirkungsvolle Impulse und bauen tragfähige Verständnisbrücken zu Zielgruppen jeglicher Couleur. Sie machen (be)greifbar, was sonst nicht wirklich fassbar ist. Stiften handfesten Kontakt, der Glaubwürdigkeit und Vertrauen stärkt. Warum und wie beispielsweise haptische Mailings berühren und bewegen, erfahren Sie gratis und kompakt in unserem Whitepaper zum haptischen Dialogmarketing.

Hand drauf!

 

Über den Autor

Olaf Hartmann

Olaf Hartmann

Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Touchmore, Mitbegründer des Multisense Instituts und Autor von "Touch!", der ersten Beschreibung des Haptik-Effektes im multisensorischen Marketing.

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