Eine Hackergruppe als Arbeitgeber?

von Olaf Hartmann am Freitag, 25 Januar 2019. Veröffentlicht in Haptik

Im Reich der unfreiwilligen Datenverluste

Verkabelte mobile Kommunikationsgeräte auf TischEinigen von Ihnen ist vielleicht schon häufiger der Begriff “Overlord” untergekommen. So lautete der Codename für die Landung der Alliierten in der Normandie 1944, die sich 2019 zum 75. Mal jährt. Wobei Overlord in der Übersetzung der Oberlehnsherr oder der Herrscher ist, als Verb beherrschen oder – Achtung! – überwachen entspricht.

Nun stoßen wir im Reich der Hacker und unfreiwilligen Datenverluste immer wieder einmal auf die dunkle Steigerung von Overlord: “The Dark Overlord”, wie sich eine obskure, in ihren Gefilden aber durchaus erfolgreiche Hackergruppe konsequenterweise getauft hat.

 

Eine Hackergruppe als Arbeitgeber?

Ins Rampenlicht trat das Hackerkollektiv 2017 mit einem Coup auf Kosten des Bezahl-Fernsehens. Opfer war Netflix, das die Vorab-Veröffentlichung von Episoden der Serie „Orange is the New Black“ im Netz trotz erfüllter Lösegeldforderung nicht verhindern konnte.

Zum Jahreswechsel 2018/2019 proklamierten die Cybergangster, dass man einer Anwaltskanzlei Dokumente mit neuen Informationen zu den 9/11-Terrorattacken abgejagt hatte.. Die Gruppe selbst wird in Osteuropa auf dem Balkan vermutet. Zumindest wurde im Mai 2018 ein mutmaßliches Mitglied in Serbien verhaftet. Was die Gruppe augenscheinlich in Personalnöte brachte.

 

Eine offizielle Stellenanzeige im Darknet

Nicht anders ist es zu erklären, dass im Herbst des vergangenen Jahres eine offizielle Stellenanzeige im Darknet erschien. Natürlich möchte ich mich an dieser Stelle nicht zum Kenner der Cyberkriminalität und all ihren Verästelungen - wie beispielsweise auch die milliardenschweren organisierten Betrugsformen der Online-Werbung - aufschwingen.

Doch ist ein genaueres Hinschauen immer wiederfür die eigene Ausrichtung lohnend, wenn sich irgendwo auf dieser Welt oder auch im digitalen Kosmos der Schleier ein wenig lüftet und einen dieser seltenen Einblicke gestattet.

Dass The Dark Overlord in der Szene und unter Experten eher als Epigonen der russischen Hackerspezialisten von The Shadow Brokers gewichtet werden – geschenkt. Hochinteressant allerdings sind die ins Feld geführten Argumente: imitierte Kommunikations- und PR-Strategien, Preismodelle für Erpressung und - man höre und staune - öffentliche Crowdfunding-Aktivitäten. Letztere auf der Blockchain-basierten Plattform Steemit.

 

Cyberkriminalität als fester Bestandteil der IT-Wirtschaft

Worauf ich hinaus will: Die Cyberkriminalität hat sich als illegaler, aber dennoch fester Bestandteil der IT-Wirtschaft etabliert. Sie arbeitet und funktioniert als Schattenwirtschaft exakt nach den gleichen Regeln wie die Internetriesen, Start-ups und KMU der Marktwirtschaft. Und sie befeuert dort auch “the war for talents”, den Arbeitsmarkt.

Womit wir wieder bei den Akteuren von The Dark Overlord und ihrem Stellenangebot wären. Doch dazu mehr und abschließend in unserem zweiten Blogteil: Online-Werbung und Compliance.

 

Über den Autor

Olaf Hartmann

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Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Touchmore, Mitbegründer des Multisense Instituts und Autor von "Touch!", der ersten Beschreibung des Haptik-Effektes im multisensorischen Marketing.

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