Der Haptik-Effekt-Blog
von Touchmore

Fingerspitzengefühl und Tastsinn

Berühren und berührt werden

Fingerspitzengefühl und Tastsinn ©stapag

Berühren und berührt werden - die Bedeutung des Tastsinns und unseres buchstäblichen Fingerspitzengefühls ist kaum zu überschätzen. Heißt es auch in der Bibel “Im Anfang war das Wort”, so kommt mit der Berührung Adams durch Gott der Tastsinn in die Welt. Haptik ist Leben, Berührung eine Lebenselexier.

Michelangelo, einer der bedeutendsten Künstler der italienischen Hochrenaissance, hat diesen Lebens- wie Bewusstseins-stiftenden Moment in seinem Deckenfresko der Sixtinischen Kapelle scheinbar für alle Ewigkeiten eingefroren. Der Auschnitt “Die Erschaffung Adams” zählt fraglos zu den meistreproduzierten Kunstwerken der Welt und ist zu einer ikonischen Metapher der Menschwerdung avanciert.

Fingerspitzengefühl und Tastsinn

Die Welt mag durch das gesprochenen Wort enstanden sein. Der Mensch wurde zu dem, was er ist und was ihn ausmacht, durch die göttliche Berührung. “Das hohe Körperbewusstsein der Renaissance” ist kein Privileg Michelangelos und ist nicht zufällig entstanden, weiß Kia Vahland, deutsche Kunsthistorikerin und Kunstkritikerin der Süddeutschen Zeitung.

“Der Tastsinn ist der erste voll ausgebildete Sinn, er macht den Menschen zum Menschen.” Eingedenk der späten, aber nun umso bedeutsameren Entdeckung der Bedeutung unseres Tastsinns und des Fingerspitzengefühls, der Berührung, empfiehlt sie vor allem Medizinern und Psychologen die Auseinandersetzung mit der Malerei der Renaissance.

Taktile Epochen

In einer visuell und akustisch überreizten Welt hält sie einen mentalen Brückenschlag in die Renaissance für hilfreich: “Das Mittelalter und noch die frühe Neuzeit waren dagegen taktile Epochen. Reliquien und Statuen luden zum Anfassen ein. Verträge wurden mit Handschlag, dem Friedenskuss oder auch einer Ohrfeige besiegelt. Und die Malerei der Renaissance tat viel, um in der Darstellung von weichen Pelzen, zarter Haut, samtigen Stoffen den Tastsinn mit visuellen Mitteln zu umschmeicheln.”

In ihrem Essay “Spurensuche - Fingerspitzengefühl” reflektiert Vahland den Sinn des Berührens im Gefüge der Sinne, die uns bis heute prägt und steuert. Auch wenn Fingersputzengefühl und Tastsinn vom Crescendo der Geräusche, Töne und Farben scheinbar überlagert wird, gilt: “Eine zarte Berührung ist nicht selbstverständlich; sie ist ein Geschenk, das man nicht einfordern kann. Und doch gehört sie zu den Dingen, die das Leben ausmachen.”

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