Sound is Touch

von Olaf Hartmann am Mittwoch, 27 März 2019. Veröffentlicht in Haptik

Die richtige Berührung zur richtigen Zeit

Visualisierung von Schallwellen und FingerabdruckEin Paradigmenwechsel liegt in der Luft: von der monosensorischen Visualität des digital life “hin (zurück) zum Menschen als einem multisensorischen Wesen” . Zu diesem Zweck rückt Matthew Bennett, Head of Sound + Sensory Design bei Microsoft, ein holistisches Menschenbild ins Zentrum seiner Überlegungen.

Dabei setzt er bei seiner Kernkompetenz an, dem Sounddesign. Die moderne Klanglandschaft mit ihren Geräten und Apps hat für Bennett vor allem den Charakter einer “fragmentierten und halbfunktionellen Audiowelt”, die enervierende Klänge emittieren. “Time and attention are among our most valuable resources. The last thing we need is more sounds competing for our attention.” Also sagt Microsofts oberster Sounddesigner dieser Lärmbelästigung den Kampf an.

 

Sound is Touch

Im multisensorischen Sinnesnetzwerk des Menschen hat Sound die Qualität eines Gefühls. Wir erleben Klang immer als Teil eines multisensorischen Wahrnehmungsnetzes (“We always experience sound as part of a multisensory web of perception.”). Töne beeinflussen unsere Wahrnehmung von Taktilität, Textur, des Zeitablaufs, unsere körperliche und emotionale Reaktion auf die Sprache sowie unser Ort- und Umweltgefühl.

Das “sensorische Ungleichgewicht” des aktuellen Sounddesigns will Bennett durch ein “sensorisches Klangmodell” (“sensory sound model”) ersetzen. “The sensory sound model is less about sound and hearing, more about sound and feeling.” Als physische Energie ist Schall eine Schwingung, die wir fühlen und hören: “Sound is Touch”.

 

Klang hat eine haptische Qualität

Wir hören den Ton nicht nur mit unseren Ohren, sondern spüren ihn auch mit unseren Körpern, Knochen und unserer Haut. Als psychologische Energie ist Klang ein Träger von Emotionen und Bedeutung und interagiert mit unserem Gedächtnis. Töne haben somit durchaus die Qualität, die äußere (physische) Welt mit unseren inneren (emotionalen) Welten zu verbinden.

Klang hat eine haptische Qualität (“Sound has a haptic quality”), Haptik und Sound sind im Spektrum der Berührung angesiedelt. Somit kann Sound unsere physische Designsprache und unsere emotionale Designsprache miteinander verbinden.

 

The right touch at the right time

Bennetts Conclusio : “The right touch at the right time can unite the digital, the physical, and the emotional.” Die Hoffnung seines Kollegen Albert Shum, Microsoft CVP of Design, der krankmachenden Last unseres monosensorischen digitalen Lebens entkommem zu können (“an always-on state that we hope to escape”), wäre also nicht vergebens. Die richtige Berührung zur richtigen Zeit kann die digitale Welt mit der physischen und unserer emotionalen wieder vereinen und versöhnen.

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Quellen:

Matthew Bennett: “Beyond Vision: Sound Design as Sensory Design. Orchestrating healthier and more beautiful digital experiences”

Video “Sound is Touch”

 

Credits ©Microsoft

 

Über den Autor

Olaf Hartmann

Olaf Hartmann

Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Touchmore, Mitbegründer des Multisense Instituts und Autor von "Touch!", der ersten Beschreibung des Haptik-Effektes im multisensorischen Marketing.

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