„Wir brauchen eine Berührungskunde“

von Olaf Hartmann am Montag, 29 April 2019. Veröffentlicht in Haptik

Die Urform der Kommunikation

Männer und Frau berühren sichBruno Müller-Oerlinghausen, Jahrgang 1936, deutscher Facharzt für Pharmakologie und Toxikologie, zählt zur Garde der auch international renommierten Medizinern und Forschern. Von 1975 bis zu seiner Emeritierung im April 2001 hatte er an der Freien Universität Berlin eine Professur für Klinische Psychopharmakologie inne.

Dies sei vorausgeschickt, da sich mit Müller-Oerlinghausen ein Wissenschaftler zum Thema Tastsinn zu Wort meldet, der in seinem langen Berufs- und Forscherleben eigentlich andere Schwerpunkte gesetzt hat. Was seine Erkenntnisse keinesfalls schmälert. Ganz im Gegenteil: viele Forschungs- und Erkenntniswege münden früher oder später interdisziplinär in die Beschäftigung mit unserem Tastsinn.

 

„Wir brauchen eine Berührungskunde“

So offenkundig auch bei Bruno Müller-Oerlinghausen. In einem im Deutschlandfunk gesendeten Interview hat der Mediziner einige bemerkenswerte Aussagen zu Tastsinn und Berührung getätigt, die er in einem denkwürdigen Postulat verdichtet: „Wir brauchen eine Berührungskunde“.

Warum? Berührung ist eine „Urform der Kommunikation”, die wir weitgehend verlernt haben oder die sich im gesellschaftlichen Kontext auch nicht mehr einschränkungslos schickt: Don’t touch me!. Fakt ist aber: Jeder dritte Deutsche sehnt sich nach mehr Berührung.

 

Das „Körpergedächtnis”

Von der embryonalen Existenz bis zum letzten Atemzug ist der Tastsinn unser steter Begleiter. Unsere Existenz ist wesentlich eine Berührungsexistenz, in der alle „Berührungserfahrungen”, negative wie positive, wie in einer Datenbank der Berührungen abgespeichert sind. „Körpergedächtnis” nennt es der Professor.

Und gerade in berührungsarmen Zeiten durch Digitalisierung und gesellschaftliche Codices steigt der Bedarf an einer „Berührungskunde“ als Basis einer (wieder)zulernenden Achtsamkeit: wie wir Berührung geben und sie empfangen.

 

„High Tech“ forciert „High Touch“-Bedürfnis

Synchron mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft („High Tech“) steigt auch das Bedürfnis nach realen Begegnungen und Erlebnissen mit Produkten und Marken („High Touch“). Inzwischen verfügen wir über ein fundiertes Wissen nicht nur über Berührungen, sondern darüber hinaus über die besondere Beziehung von Mensch und Objekt und über die besondere Rolle unserer Hand.

Die Hand prägt unsere Wahrnehmung, unser Denken und unser Verständnis der Welt. Wie Sie diese wissenschaftlich fundierte Kenntnisse schlüssig und messbar für Ihr Marketing umsetzen können, erfahren Sie in unserem kostenlosen Whitepaper „Hapticals - Multisensorische Markenbotschafter.

 

Über den Autor

Olaf Hartmann

Olaf Hartmann

Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Touchmore, Mitbegründer des Multisense Instituts und Autor von "Touch!", der ersten Beschreibung des Haptik-Effektes im multisensorischen Marketing.

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