Berühren und Vertrauen

von Olaf Hartmann am Dienstag, 09 April 2019. Veröffentlicht in Neuromarketing

“Mehr Handshakes, weniger Umarmungen”

Mann berührt Frau an SchulterDon’t touch me: Im ersten Teil zum neuen Trend der entkörperlichten Kommunikation, wie sie Roger Dooley als Reaktion in den Unternehmen und im B2B als Folge des #metoo Diskurses in einem Blogbeitrag beschreibt, haben wir die problematischen Folgen der radikalen so genannten “Pence-Regel” aufgegriffen.

Für weitreichender, da subtiler, hält Dooley allerdings den von ihm so getauften “Biden-Effekt”, wie er ihn zunehmend beobachtet. Was ihn umtreibt, ist das Trendpotential des Effektes – und dessen unabsehbare Folgen. Unerwünschte Nebenwirkungen gewissermaßen der ansonsten zweifelsfrei berechtigten Forderungen berührungsreaktanter Menschen, Frauen wie Männer.

 

Berühren und Vertrauen 

Der Neuroökonom Dr. Paul Zak von der kalifornischen Claremont Graduate University hat in jahrelangen Forschungen nachgewiesen, dass sanfte Berührungen wie etwa die Hand an der Schulter bis hin zu Umarmungen die Neurochemikalie Oxytocin freisetzen. Glückshormone, die Empathie und Vertrauen stärken.

Insbesondere US-Führungskräfte und leitende Teammitglieder setzen Berührungen gezielt ein, um eine Melange aus Dominanz, Sympathie und Zuversicht zu demonstrieren. Macht der Biden-Effekt Schule, ist es damit vorbei. Paul Zak, selber wie Dooley ein Verfechter der Berührungsstrategie in Mitarbeiterführung und Vertrieb, sieht wie Dooley eine schleichende interne Vertrauenskrise auf die Unternehmen zukommen.

 

“Mehr Handshakes, weniger Umarmungen”

“Going forward we'll see more handshakes and very few embraces.” Mehr Handshakes anstelle der zitierten weiteren vertrauensstiftenden Berührungen gleichen die Vertrauensreduktion nicht aus. Quantität ersetzt kein Qualität.

Dooley hegt die Hoffnung, dass der Biden-Effekt nicht das Zeug zu einem echten Trend hat. Allerdings hält er sich mit seinen Empfehlungen hinsichtlich führungs- und vertriebsdidaktischer Berührungen aktuell zurück. Ansonsten setzt er auf einen Kommentar von Paul Zak, der auch mit dem US-Militär zusammen gearbeitet hat: "They teach and use touch as an effective way to communicate and build bonds. If it works for soldiers, it will work for everyone!"

 

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Über den Autor

Olaf Hartmann

Olaf Hartmann

Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Touchmore, Mitbegründer des Multisense Instituts und Autor von "Touch!", der ersten Beschreibung des Haptik-Effektes im multisensorischen Marketing.

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