Der Haptik-Effekt-Blog
von Touchmore

Masken als Chance?

Überlegungen zur Psychologie der Schutzmasken im werblichen Einsatz

Frau mit Gesichtsmaske

Infolge der Corona Epidemie wird der Maskenball zur Alltagsveranstaltung. Uns allen fällt auf: Nicht eine Maske brauchen wir, sondern Dutzende! Weil wir uns noch nicht daran gewöhnt haben, sie mitzunehmen, aber jetzt überall eine zur Hand haben müssen. Eine Maske zum Supermarkteinkauf, eine fürs Büro … und wenn das Kulturleben wiedererwacht, sogar eine passende zur jeweiligen Abendgarderobe.

Dabei ist es noch keine drei Monate her, dass Masken in der westlichen Welt etwas im Alltag Unbekanntes waren. Masken trugen Bankräuber und vermummte Autonome. Masken trug, wer beruflich in Staub und Dreck steht, oder zur Stelle sein muss, wenn es im Krankenhaus zur Sache geht. Krankenschwestern, Apotheker, Mediziner. Auf dem Zenit dieser Vermummung: Grün-weiß verhüllte Chirurgen, ehrfurchtgebietend, mit rasiermesserscharfem Skalpell.

Dieser Kontext besteht fort und formatiert vor, wie wir Masken als Objekte wahrnehmen und welche Bedeutung sie für uns haben. Die Maske als medizinisch unverzichtbare Maßnahme wird im Kopf fortbestehen, das ist und bleibt ihr eigentlicher Gebrauchszweck. Doch nach den Monaten der Stille ermöglichen Masken uns endlich wieder sichere, persönliche Begegnungen. Dies bietet eine große Chance für Unternehmen, die in den kommenden 12-18 Monaten lernen, souverän dieses neue Must-Have-Item für Ihre Kommunikation zu nutzen.

Banken etwa, bei denen der Publikumsverkehr auch unter Quarantäne weitergeht. Endlich in der Filiale angekommen? Maske vergessen! Wenn die Bank jetzt den Kunden abweisen muss, lässt sie eine wertvolle Chance zur Kundenbindung verstreichen. Wie charmant, wenn man in dieser Not treuen Kunden eine hochwertige Stoffmaske an die Hand gibt und sie im behaglichen Wartebereich Platz nehmen lässt.

Und halten wir inne: Einweg (bedeutet: Wegwerf-) Papiermasken sind, außer im medizinischen Bereich, ökologisch unverantwortlich. Außerdem sind Sie auch keine Wegwerfmarke, oder? Als Werbeträger muss es eine waschbare Schutzmaske aus antibakterieller, nachhaltig hergestellter Baumwolle sein. Umweltbewusst, praktisch, gut.

Zurück zur Kommunikation. Das Wirkprinzip ist “Vertrauen durch Vertrautheit” – die Maske als einfaches Gebrauchsobjekt, das täglich das Leben erleichtert und schützt. Die Vermummung mit Maske wird schon jetzt humorvoll aufgegriffen oder von Designern diskret ins Gesamterscheinungsbild eingebettet. Sogar mit dem eigenen Gesicht personalisierte Masken sind schon via Internet bestellbar.

Vor allem aber: Masken werden in Deutschland zum Alltagsgegenstand, omnipräsent auch nach COVID19. Und wie sich so etwas gesamtgesellschaftlich konkret übersetzt, können wir am Beispiel Japan ansehen. Dort leben Schüler und Büroangestellte schon seit den frühen 80er Jahren mit Maskenpflicht in den Wintermonaten, sie sind in jeder U-Bahn, in jedem Amtsgebäude obligatorisch.

Allerdings ist Japan auch eine gewohnheitsmäßig uniformierte Gesellschaft, und die beherrschte asiatische Mimik verrät oft auch ohne Maske nicht viel mehr, als das Gesicht dahinter. In weiß ist sie dort überall Vorschrift, doch Schüler protestieren und kämpfen um die seltene Gelegenheit, ihrer Individualität in einer konformen Gesellschaft Ausdruck verleihen zu dürfen.

So wird es auch im Westen, bei uns kommen. Eine Masken-Verordnung sehen wir ein, Mindeststandards, na gut - doch Vorschriften dazu lassen wir uns nicht gern machen. So wird die Maske zum Modeartikel, zur Ausdrucksmöglichkeit individuellen Geschmacks und zum Fashion Statement.

Paul Gaultier Masken

Jean-Paul Gaultier macht es vor. Seine neueste Kollektion bietet ein witziges Sortiment modischer Gesichtsmasken, in Leder, mit Knutschmund oder im dezenten Beige zum Streifenhemd. Die Maskenpflicht könnte von Marken wie den Energy-Drink Hersteller „Monster“ oder von Video-Game Publishern zum Fan-Artikel erhoben den Alltag karnevalesker gestalten. In der Thematisierung des Maskentragens an sich kann man Humor entdecken: “Hier hinter verbirgt sich ein Lächeln …", in der Politik wird die Maske als Solidaritäts- oder von Gewerkschaften als Protestbekundungs-Medium genutzt werden.

Monster Energy Face Mask

Wir sehen: In der Kommunikation erschließt die Auseinandersetzung mit der Maske neue Möglichkeiten – als Wirkverstärker und symbolisches Kommunikationsobjekt. Wir haben es mit einem waschechten Haptical - einem mit kommunikativer Bedeutung aufgeladenem Objekt - zu tun. Es wirkt auf drei Ebenen: Als Ausdruck von Fürsorge, als Branding-Medium und als Projektionsfläche für Markenversprechen.

Stellen Sie sich vor, Ihre Bank oder Versicherung würde sie – mit einer, unter klinischen Bedingungen getesteten, komfortablen und dezent gebrandeter Maske – zu einem Beratungsgespräch einladen. Oder würde sogar ein COVID Survival Pack schnüren, mit unserem PopUp Handyhalter Flixcard ...

Sparkasse-Covi-Kit

Die Botschaft, jenseits der Worte: Wir sorgen uns um sie; wir gehen auf Nummer sicher – nicht nur wenn es um Geld geht. Die Maske überbringt symbolisch die Zuwendung, den menschlichen Touch in einer berührungsarmen Zeit und hält nach dem Gespräch, als nützliches Gebrauchsobjekt die Erinnerung daran wach.

Die Maske wird aus unserem Alltag bald nicht mehr wegzudenken sein, seine Merkwürdigkeit – ähnlich wie Skistöcke im Wald – schon bald verblüht, sein routinemäßiger Gebrauch etabliert. Masken werden bald so selbstverständlich in jeder Hand- und Einkaufstasche Ihrer Kunden liegen, wie deren Geldbeutel.

Die Frage ist: Welche Maske? Es könnte die Ihre sein.

 

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